| |
Gedanken an Dich von Peter
Wir lernten uns kennen da warst du gerade 9 Jahre alt.
Deine natürliche kindliche Art war zum verlieben.
Keine Frage war dir zu schwierig und dein Wissensdrang war schon
als Kind unersättlich.
Warum und wieso waren deine ständigen Begleiter.
Jedes
Detail von auch noch so komplizierten Sachen wollten von dir
untersucht und erforscht werden. Man brauchte schon Ausdauer
deinen vielen Fragen, die oft schon zu erkennen ließen,
wie du die Welt siehst, eine plausible Antwort entgegen zusetzten.
Deine Finger waren schnell und mit Werkzeug konntest du flink
umgehen.
Was zur Folge hatte das manches von dir zerlegt wurde und dann
zum Teil auch wieder zusammengesetzt werden konnte. Doch es
blieben oft einpaar Teile übrig. Was aber für dich
nur einen angenehmen Effekt hatte, denn jetzt konntest du was
neues erschaffen.
Wenn
ich zurück an deine Kindheit denke kommen immer die selben
Bilder zu mir. Ich sehe dich lachend mit weitaufgerissenen Augen
über den Hof bei deiner Oma Karola laufen. Du hast mit
deinem Bruder gespielt und allen älteren Zuschauern um
dich herum Freude bereitet.
Für dich verging die Zeit zu langsam, du wolltest schnell
groß werden.
Die Gespräche mit Größeren und Erwachsenen waren
für dich eine Herausforderung.
Du hattest eine Wesensart die sehr herzlich war. Du konntest
zum Beispiel, über einen von dir gemachte und von anderen
bemerkte Fehler, lachen. Diese Gabe haben nur sehr wenige Menschen.
Einer von ihnen war dein Opa Gerhard, von dem du das vielleicht
mit bekommen hattest. Du lachtest dann so herzlich das der Grund
dafür vergessen wurde und auch nicht mehr wichtig war.
Du setztest dich schon früh für andere ein und konntest
es gar nicht leiden wenn jemand zu Unrecht behandelt wurde.
Ob es in der Schule, auf Klassenfahrten, beim Tanzen oder dann
auf deiner Arbeit war, du
stelltest dich vor Schwächeren und hast oftmals für
diese die Prügel bezogen.
Als du zu uns kamst um uns zu sagen, du würdest gerne mit
Anderen behinderte Kinder betreuen, waren wir sehr stolz auf
dich. Du wusstest schon was da auf dich zu kam und trotzdem
war es für dich beschlossene Sache.
Du hattest sowieso kronischen Zeitmangel und dann noch solche
schwierigen Aufgaben, aber auch hier kam deine soziale Ader
durch.
Wenn wir uns unterhielten wurde von jedem deiner Gesprächspartner
viel Konzentration abverlangt. Dir war keine Diskussion zu anstrengend
oder zu lange. Aber am besten konntest du das mit deiner Mama.
Wenn ihr beide so richtig in Fahrt gekommen seit, war es schwer
euch zu übertönen. Erst musste das Thema erledigt
werden dann war für euch beiden die Welt wieder in Ordnung.
Für dich war es auch kein Problem mit fremden Leuten aus
dem Stehgreif heraus ein Gespräch anzufangen. Dieses schaffen
leider viele Erwachsene nicht.
Am Tag deines Unfalls haben wir uns leider nur sehr wenig unterhalten
können. Jeder hatte wieder, sogenannte, wichtige Aufgaben
um die Ohren. Heute sehe ich vieles anders und würde mir
gerne noch mal die Zeit nehmen um mit dir reden zu können.
Ich stehe an deinem Grab und rede mit dir und du hörst
mich.
Die Antwort ist kein Wort, keine Silbe
Ich beobachte den Vogel, die Wolken, den Wind
Und spüre wie nah du uns bist.
Unsere Augen sehen dich nicht,
aber unser Herz spürt deine Gegenwart.
Ich weis wir sehen uns wieder,
ob morgen oder in Jahren
das ist nicht wichtig.
Elron, ich vermisse dich sehr.
Peter
|
|
|